Praxis Flow

Tibetische Massage - Ku Nye

Ku Nye, die tibetische Massage, gehört zu den äusseren Anwendungen und ist Teil der tibetischen Medizin. Sie berücksichtigt viele Ebenen im Körper und wirkt sehr entspannend und durchwärmend. Gearbeitet wird meistens mit warmem Oel. Das Ziel besteht darin, ein mögliches Ungleichgewicht der drei Wirkprinzipien Wind, Galle und Schleim auszugleichen.

Wind, Galle und Schleim heissen auf tibetisch, rLung, Tripa und Badkan. rLung verkörpert das Bewegungsprinzip. Tripa steht für alles, was mit Hitze in Verbindung steht, zum Beispiel für die Stoffwechselprozesse und die Körperwärme. Badkan steht für die aufbauenden Prozesse und somit für alles, was dem Körper Halt und Struktur verleiht. Diese drei Prinzipien bilden die theoretische Grundlage der traditionellen tibetischen Medizin (TTM).

Auch die Menschen, die Nahrungsmittel, das Verhalten, die Heilpflanzen u.s.w. werden diesen drei Wirkprinzipien entsprechend zugeordnet. Daher ist auch verständlich, dass Störungen dieser Energien zum Beispiel durch falsche Ernährung, unangepasstes Verhalten und ungünstige klimatische Verhältnisse verursacht werden können.

Ablauf der Massage: „Ku“ bedeutet das Auftragen von Oel oder einem Absud. „Nye“ bezieht sich auf die Art und Weise, wie der Körper bearbeitet wird. Zu den Massagetechniken gehören Kneten, Reiben, Pressen und Klopfen. Ein dritter und abschliessender Teil ist das Entfernen von allenfalls überschüssigem Oel.

Traditioneller Weise wird auf dem Boden gearbeitet, um die Kraft des Erdelementes zu nutzen.

Am stärksten ist die Massage auf das Ausgleichen der Windenergie ausgerichtet. In der TTM gilt, dass jedes Ungleichgewicht auf eine ursprüngliche  Störung im Wirkprinzip Wind zurückzuführen ist. Die ausgleichende Wirkung zeigt sich sowohl körperlich als auch in der Beruhigung des Geistes und der Emotionen. Bei regelmässiger Anwendung kann man damit rechnen, auf allen Ebenen stärker und stabiler zu werden. Zu dem wird der Massage eine verjüngende Wirkung nachgesagt.